Archiv für die ‘Proletenprosa’ Kategorie

fremde Federn

  • Karl Prall Juli 28, 2010

Es gibt Lieder, die hauen dich um. Du hörst sie. Du fühlst sie.

Dann kommt der Tag an dem sie dir mehr schenken als du je erwartet hättest und eine Bedeutung für dich erlangen, die dich wie am ersten Tag fesselt und nicht mehr loszulassen scheint.

In diesem Sinne heute eine kleine Hommage an Johnny Cash.

Hurt

I hurt myself today
To see if I still feel
I focus on the pain
The only thing that’s real
The needle tears a hole
The old familiar sting
Try to kill it all away
But I remember everything

What have I become?
My sweetest friend
Everyone I know
Goes away in the end
You could have it all
My empire of dirt
I will let you down
I will make you hurt

I wear this crown of thorns
Upon my liar’s chair
Full of broken thoughts
I cannot repair
Beneath the stain of time
The feeling disappears
You are someone else
I am still right here

What have I become?
My sweetest friend
Everyone I know
Goes away in the end
You could have it all
My empire of dirt
I will let you down
I will make you hurt

If I could start again
A million miles away
I would keep myself
I would find a way

Hochachtungsvoll,

Karl Prall

hallo und tschüss

  • chris Juli 26, 2010

da ist er wieder der papa. na habt ihr euch gut amüsiert?

ich hoffe doch, denn die vertretung war doch mal mehr als nur grandios.

an dieser stelle nochmals vielen vielen dank an:

janos, christoph, steffy, sven , thang und flo

außerdem hoffe ich das ihr, also die besten leser der welt, jetz  nicht zu sehr verwöhnt seid ;) .

so das war das hallo, kommen wir zum tschüss.

euer lieblingsblog geht in die sommerpause. von heute bis zum 16. august wird es hier vorerst extremst still. ich denke euch wird das nicht sonderlich stören, da man im sommer eher mal am strand liegt als vor dem monitor sitzt, zu mindestens die die urlaub haben. sollte ihr euch langweilen, wisst ihr ja nun wo ihr noch sehr gut unterhalten werdet.

so damit verabschiede ich mich vorerst wieder.

wir sehen uns mitte august wieder.

lasst es euch gut gehen

Here I am

  • Steffy Juli 12, 2010

Aloha, Holá, Hallo, Hello, Guten Abend!

Da ich hier von Chris selbst und auch von meinem Partner in der Vertretungswoche – Sven vom Inselblog – angekündigt wurde werde ich mich jetzt erstmal kurz vorstellen.
Ich heiße Steffy, bin 26 Jahre alt und komme aus einem kleinen Örtchen in der Nähe von Aachen – an der holländischen Grenze. Genau aus diesem Grund bin ich wohl oft auch etwas überdreht, es besteht das Gerücht dass die Luft hier extrem THC-verseucht ist. :)
Wenn ich gerade nicht mit Zahlen spiele (arbeite als Buchhalterin) oder jammern im Garten liege (ich hasse die Hitze, gehts euch genauso?) dann gebe ich meinen Senf auf meiner eigenen Seite “Muhnies Welt” zum Besten. Meistens wird da aber nur gejammert – also hab ich nicht wirklich ne Ahnung warum Chris so scharf darauf war dass ich ihn hier eine Woche lang “vertrete”. Ach stimmt ja, die Frauenquote ;)
Ich bin mir noch nicht wirklich sicher was ich hier so vom Stapel lassen werde, da mein Blog schon echt anders ist als die Kleinstadtgedanken hier, aber wenn ihr wollt jammer ich euch auch gerne zu :p
Natürlich könnt ihr mir auch ein paar Vorschläge machen, Fragen stellen, um Fotos betteln (und es später bereuen :P ) – oder ihr lehnt euch einfach zurück und genießt die Show!

Ps.: Wie ihr sehen könnt steh ich total auf Smileys, sorry ;)

Grüße von der Insel

  • Sven Juli 12, 2010

Ladies and Gents, darf ich mich kurz vorstellen?

Mein Namen ist Sven, ich lebe auf einer Insel und blogge seit September 2009 unter der Adresse Inselblog.com, über mein Leben auf der Insel, Musik, meine Technik Probleme und was wir sonst noch so in den Sinn kommt. Eigentlich arbeite ich als Computerknecht, darf aber im moment meinen Zivildienst leisten (zum Glück nur 6 Monate).

Da Chris momentan auf St. Barts abhängt (oder so ähnlich), werde ich ihn mit Muhnie zusammen, für eine Woche vertreten.

Okay, genug von mir! Ich werde gleich meinen ersten richtigen Post hinterher schieben. Versprochen!

Reisetagebuch Irland

  • Karl Prall Juni 16, 2010

Tag 5

Der letzte Tag ist angebrochen. Ein wenig keimt schon Wehmut auf. Aber das kann ich heute nicht brauchen. Schließlich will ja jede der verbleibenden Minuten genutzt werden. Also auf in die Stadt und noch die letzten Sehenswürdigkeiten abarbeiten.

Den Anfang machen wir mit einem original Irish Breakfast, frei wählbar in 3 Größen von normal bis Wochenration. Dazu gehört zum Beispiel Toast, Ei (gerührt oder gespiegelt), Würstchen, Bacon, Black and White Pudding, ne frische Grilltomate, etc… Das klingt nicht nur viel und mächtig, es ist es auch. Aber dafür lecker und hält auch fast bis zum Abend vor. Nur der Black Pudding hat mich irritiert. Nicht nur, dass es kein Pudding war, es handelte sich dabei doch tatsächlich um eine Art Blutwurst, die  geschmacklich an Weihnachten, an Lebkuchen erinnert. Das muss ich zwar nicht unbedingt nochmal haben, aber den Versuch war’s wert.

Frisch gestärkt und auch ein wenig gelähmt von der morgendlichen Fressorgie führte mich meine Begleitung direkt ins Pub. Nicht zum trinken. Was denkt ihr nur von mir? Es ist doch gerade erst Mittag. Dort wartete eine exklusive Brauereiführung durch die im Hinterhof gelegene hauseigene Mini-Brauanlage. Süße kleine Kessel, extrem hohe Luftfeuchtigkeit, der Duft von Hopfen in der Luft und ein Braumeister in Jogginghose, der während der gesamten Führung einen Gesichtsausdruck und ein Leuchten in den Augen hatte, wie man ihn sonst nur von Kindern kurz nach der weihnachtlichen Bescherung kennt. Begeisterung, Faszination und die Vorliebe für das Endprodukt. Ich bezweifle, dass mir das in der Guinness-Brauerei in Dublin begegnet wäre.

Was mach ich eigentlich mit meinen Postkarten? Ich habe sie zwar schon am zweiten Tag gekauft, aber irgendwie liegen sie immer noch in der Tüte und warten darauf, beschriftet zu werden. Da uns bis zum Abend noch Zeit bleibt, treten wir nach einem Probebier den Heimweg an und ich setze mich angenehm beschwingt an die Arbeit und schreibe drauf los. Nach der 2ten Karte habe ich zwar schon keine Lust mehr und würde lieber wieder etwas anderes tun, aber ich habe keine Wahl und halte bis zum Ende durch. Dann hab ich’s wenigstens endlich hinter mir. Geht es nur mir so, oder hat jeder das Problem, dass Postkartentexte generell doof klingen?

Nachdem die lästigen Pflichten erledigt und die Tasche schon für morgen gepackt ist, geht es erneut in die Stadt. Diesmal zum Captain America, welches an das Hard Rock Cafe erinnert und mit allerlei Erinnerungsstücken Prominenter Personen dekoriert ist.  Hier gibt’s heute wahlweise Steaks oder Burger. Mit von der Partie sind die Damen aus dem Pub und vom Frühstück (langsam könnte man sich an die eine oder andere gewöhnen). Allesamt genehmigen wir uns ein ausgiebiges Mahl und ziehen im Anschluss – das find ich ganz besonders dufte – wieder in das Pub mit eigener Brauerei. Endlich habe ich Gelegenheit dazu, alle 5 Sorten des Hauses zu probieren und bin fast noch mehr begeistert als am Vormittag. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass das Wetter seit meiner Ankunft bombastisch gut ist? Deswegen können wir auch im Biergarten unter freiem Himmel sitzen. Die Stimmung ist ausgelassen und das Etablissement füllt sich beständig. Die Heimfahrt und das frühe Aufstehen um ca. 4:30 Uhr habe ich erfolgreich verdrängt und genieße einfach die letzten Momente, bin sogar froh, sie in dieser Gesellschaft zu verbringen. Das wird definitiv ein schwerer Abschied.

Hochachtungsvoll,

Karl P.

Reisetagebuch Irland

  • Karl Prall Juni 14, 2010

Tag 4

Morgähn! Das war vielleicht ne Nacht. Der Morgen strahlt und heizt beständig durchs panoramaformatige Küchenfenster mit Blick auf Bahnhof und Güterhafen. Es ist Sonntag und hat gerade 8 Uhr geschlagen. Nach dem üblichen Frühstück mit Kaffeeersatz und Toast geht’s dann wieder frisch gestärkt, aber dennoch reichlich gebeutelt von den vorangegangenen Stunden der Nacht, ab gen Bahnhof. Denn dort sollte der Mietwagen auf uns warten, den wir gestern noch über das Internet reserviert hatten. Dummerweise hatten wir noch keine Bestätigungsmail erhalten. Diese sollte man ausdrucken und vorlegen – nachdem man sie binnen 48h nach der Anfrage erhalten sollte. Doof nur, dass wir gerade einmal 12h haben verfliegen lassen. So standen wir am Schalter der Autovermietung und hatten keine Buchungsnummer etc. Aber wie man das so aufm Flughafen erwarten würde, gibt’s dort PCs mit Drucker. Für schlappe 3€ also nochmal fix ins Postfach eingeloggt und überrascht festgestellt, dass die Mail nun plötzlich doch da war! Herrlich. Ausgedruckt, bezahlt, eingesackt. Eine Viertelstunde später standen wir dann auf dem Parkplatz vor „unserem“ kleinen Silberpfeil. Oder doch eher ein Punkt. Immerhin schaut ein Nissan Micra nicht wirklich nach einem zuckenden Pfeil aus.

Wer der Erzählung aufmerksam folgt und clever kombiniert, wird schon vermuten was jetzt kommt: ROAD TRIP!!! Insgesamt lagen gut 450km Irland hautnah vor uns.

2 Pioniere, eine Kutsche und eine Karte gegen eine Insel voller Falschfahrer. Was für eine Gaudi! Zugegeben, die Eingewöhnungsphase war etwas länger als erwartet, aber die zerkratzen Radkappen auf der ungewohnten Seite des Autos wurden glücklicherweise von der Standard-Versicherung abgedeckt…

Leider lässt sich dieser Tag nur sehr grob umreißen. Würde ich sämtliche Eindrücke und Erlebnisse auch nur ansatzweise vollständig einbringen, wäre dieser Tag länger als alle anderen zusammen. Deshalb beschränke ich mich auf eine kleine enumerative Best-of-Liste. Cork, Landstraßenweg nach Kilkenny gefunden, Schloss, Kathedralen, Smithwick’s, Stadtbummel, weitere Landstraßen, Dörfchen, Umleitungen, wunderschöne Landschaften (noch schöner als so manche offiziellen Irland-Motive) und überall hilfsbereite und unheimlich freundliche Leute. Abstecher auf Autobahn (Ja, ich habe für nen Pkw Maut gezahlt.), Waterford, Strandbesuch, Strandspaziergang, Stau auf Landstraße, Unfall gesehen, an Youghal vorbei gekommen (beliebter Badeort), einmal volltanken und zum Sundown dann den Micra wieder am Flughafen abgegeben.

Auf dem Weg vom Flughafen zum Wohnheim stoppten wir nur noch beim Supermarkt um unsere gebeutelten Energiereserven wieder aufzufüllen. Ne Tiefkühlpizza, ein Sixpack Corona und ein Tütchen Skittles. So lässt sich’s leben und der Tag klingt entspannt bei „Surrogates“ aufm Sofa aus. Morgen steht der letzte Tag an. Ein wenig keimt schon Wehmut auf, denn Übermorgen beginnt dann wieder in aller Herrgottsfrüh. Ich plane wie damals auf Klassenfahrt (die letzte Nacht wird durchgemacht, unterwegs kann ich ja genug Schlaf nachholen) und lass mich ins Land der Träume treiben…

Hochachtungsvoll,

Karl P.

Reisetagebuch Irland

  • Karl Prall Juni 8, 2010

Tag 3

Guten Morgen! Diesmal wirklich! Nach dieser Nacht ohne Eisenbahnbrücke und unbekannte Zimmergenossen fühle ich mich doch tatsächlich erholt. Da ist auch die lange Zugfahrt vom Vorabend und die ausgesprochen leistungsfähige (also unangenehm kalte) Klimaanlage im Zug selbst schon fast vergessen. Also schnell gefrühstückt und die gröbsten Spuren der Nacht weggeduscht und schon kann es los gehen.

Wieder bestätigt sich die Beobachtung, dass der Durchschnittsire gern außer Haus isst. Selbst im vergleichsweise kleinen Cork gibt es nicht nur eine nicht enden wollende Fülle an kleinen Restaurants, Cafés, Bars und Straßenverkäufen. So wundert es auch nicht wirklich, dass Variationen und Kreationen geboten werden, die ich mir zuvor kaum in meinem wildesten Fresswahn vorstellen konnte. Mein persönlicher Favorit: Milchshakes mit Süßigkeiten-Geschmack. Man nehme einen Milchshake, ne Kugel Eis und dann nach Belieben den „Geschmack“ der Träume. Dafür gibt es eine Auswahl, die jedes Tankstellensüßwarenregal vor Neid erblassen ließe, sofern es denn möglich wäre. So kann man sich neben seinem Lieblingsschokoriegel auch Gummibärchen oder Skittles oder, oder, oder… frisch in seinen Shake pürieren lassen. Ein wahrer Genuss! Jetzt warte ich nur noch darauf, dass so ein Laden auch in meiner Nähe eröffnet…

Das Rekordwetter hält weiterhin an. Die Sonne prasselt nur so auf die Erde herab und die Temperaturen deutlich oberhalb der 25°-Marke tun ihr übriges. Also wurde unser Kaffeekränzchen spontan in den Stadtpark verlegt. Dort trafen wir uns mit 3 deutschen Studentinnen, alle in den letzten Tagen ihres Irlandaufenthalts. Abgesehen davon, dass die Damen sehr sympathisch waren und das Kaffeekränzchen daher äußerst kurzweilig daher kam, war es ein wahrer Genuss das Wetter vom satten grünen Rasen aus zu erleben und nebenbei die Umgebung zu beobachten. Nur das mit dem Sonnenbrand kam am Ende nicht wirklich gut…

Den Nachmittag verbrachten  wir dann mit den Vorbereitungen unseres Abendmahls und dem anschließenden Verzehr. Schließlich benötigt man doch eine solide Grundlage, wenn man sich für den Abend zum „Public Viewing“ im Pub verabredet. Die Wanderung dorthin war dann nicht nur unerwartet weit, sondern auch irgendwie seltsam. Die Häuser wurden mit jeder Straßenkreuzung kleiner und schäbiger, die Straßen enger und holpriger. Das Pub selbst thronte am Ende jedoch wie ein Tempel inmitten der Kleinstadtidylle am Straßenrand. Das Spiel – Bayern gegen Inter Mailand – verlief zwar nicht zur Zufriedenheit der deutschen Zuschauer, dafür war die Euphorie der Italiener ungebrochen und das Pub brechend voll. Hat sich eigentlich schon mal jemand gefragt, ob „Pub-lic Viewing“ in einem Pub erfunden wurde? Diese und ähnliche Fragen gingen mir jedenfalls nach dem 3. oder 4. Pint durch den Kopf… und wo man in dieser Einöde um diese Zeit noch etwas zu essen bekommt. Letztere wurde ziemlich schnell beantwortet und auf die Probe gestellt. Fish and Chips! Reichlich fettig, reichlich viel. Vor dem Trinken wäre das wohl besser gewesen, also teile ich meine „Portion“ doch lieber mit meiner Begleitung. Am Ende wurden 3 bis 4 Personen davon satt, wie ich meine. Ich bin froh es probiert zu haben, werde aber bei meiner nächsten nächtlichen Futtertour aber doch wieder den altbewährten Döner wählen. Nix für ungut.

Jetzt, wo der Fisch und die fettigen Chips in meinem Bauch im guten irischen Stout schwimmen, freue ich mich plötzlich auch wieder auf den ziemlich langen Heimweg. Der tut jetzt echt gut und ich glaub, ich werd schlafen wie ein Baby… mit ganz viel Bier und fettigem Essen im Magen.

Hochachtungsvoll,

Karl P.

Reisetagebuch Irland

  • Karl Prall Juni 2, 2010

Tag 2

Guten Morgen. Oder so ähnlich. Ne gute Nacht war’s jedenfalls nicht. Abgesehen von den quietschenden Etagenbetten lag das Isaac’s Hostel direkt unter einer Eisenbahnbrücke und nahe der Kneipenmeile. Also gab es regelmäßig entweder einen Zug oder betrunkene Menschen zu belauschen. Das Frühstück – wie sich später rausstellte – für Irland typisch, bestand aus Cornflakes, Toastbrot mit Konfitüre und dazu Kaffee oder Tee. Das war’s. Ich war erschrocken über einen so schwunglosen Start in den Tag. Nach einem dünnen Kaffee und einer Schüssel Milch mit Krümeln hab ich dann den Aufbruch befohlen.

Eines verfolgte mich jedoch den ganzen Tag. Toast. Toast gehört in Irland zum Alltag, da man dort leider keinen Sauerteig zu kennen scheint. Das heißt nun also kein Mischbrot, kein Vollkornbrot, keine Brötchen. Eine heftige Umstellung, wenn man sonst doch immer sein frisches Frühstücksbrötchen zelebriert. Trost spendete jedoch die Tatsache, dass viel Übung mit Toast und Sandwiches wunderbare Resultate hervorbringt! Fertig belegte und trotzdem frisch zubereitete Sandwiches in solider Verpackung. Reichlich belegt mit den feinsten und verschiedensten Sachen, haben sie mich überzeugt. Die sind lecker.  ;)

Da ein ganzer Tag in Dublin ziemlich lang ist, wenn er früh begonnen wird, hat das gemütliche zweite Frühstück und die kleine Wanderung durch die Innenstadt nur den Vormittag vertrieben. High Noon. Treff an der City Hall. Eine gratis-Tour durch Dublin, geführt von einem Iren. Irre. Der Typ war aber echt gut und der 3-stündige Marsch sehr unterhaltsam und kurzweilig. Und das, wo ich doch sonst so faul bin.

Im Anschluss machten wir noch einen kleinen Abstecher ins Temple Bar Viertel. Die berühmt-berüchtigte Kneipenmeile in Dublin. Nachts vollgestopft mit betrunken, lauten Menschen. Tagsüber vollgestopft mit unzähligen, halbwegs nüchternen, lauten Menschen und ner Handvoll Straßenkünstler. Jedenfalls kann ich einen Sturz in dieses Getümmel nur empfehlen, ganz egal ob am Tag um Kultur zu bewundern oder in der Nacht um die irischen Frauen zu bewundern… Aber ums Hardrock-Cafe habe ich dennoch einen großen Bogen gemacht. Was das inmitten irischer Pubs überhaupt zu suchen hat, ist mir schleierhaft.

Nunja, nachdem wir uns nun den gesamten Tag in Dublin vertrampelt haben, zwischendurch auf Landsleute gestoßen sind und in den Genuss sowohl vieler sehenswerter als auch leckerer Kleinigkeiten gekommen sind, holen wir nun Abends unser Gepäck aus’m Hostel und steigen um 9 in unseren Zug nach Cork. 3 Stunden Fahrt und ein richtiges Quartier liegen vor uns!  Ich melde mich dann wieder von dort zu Wort.

Hochachtungsvoll,

Karl P.

Reisetagebuch Irland (20.05. – 25.05.2010)

  • Karl Prall Mai 31, 2010

Tag 1

4:45 Uhr – Der Wecker klingelt. Jetzt hab ich noch ne Dreiviertelstunde, dann sollte ich im Auto sitzen. Im Auto nach Leipzig wohlgemerkt, wo ich dann so gegen halb 7 schon erwartet werde. Der Tag beginnt – wie erwartet – mit leichten Startproblemen. Aus dem Bett bin ich schon mal recht gut heraus gekommen, doch dann war irgendwie der Wurm drin. Als ich aus der Dusche stieg, war schon soviel Zeit verstrichen, dass ich meine Frühstückspläne spontan über den Haufen warf und nur noch die – zum Glück bereits fertig gepackten – Taschen greifen und aus der Tür stürzen musste. Der Weg zum Flughafen gestaltete sich trotz Regen und Sichtweiten unter 100m gezwungenermaßen recht zügig, sodass aus der anfänglich 30minütigen Verspätung eine nur noch minimal verspätete Ankunft in Leipzig wurde.

Glücklicherweise hatte ich bereits am Vorabend schon den Check-In online erledigt. Man könnte munkeln, ich hätte es geahnt, oder es einfach eine glückliche Wendung, einen Zufall nennen. Jedenfalls lief ab hier alles glatt. Rein ins Flugzeug, hoch in die Luft, wieder runter (heile natürlich) und nach dem Umsteigen dasselbe Spiel noch mal von vor. So hatte ich an meinem ersten Urlaubstag auch gleich die ersten 2 Linienflüge meines Lebens erlebt. Abgesehen vom Jammern eines bereits gealterten Mitpassagiers, lief auch alles wunderbar flauschig und reibungslos. Deswegen bekommt Germanwings an dieser Stelle auch noch einmal ein dickes Lob für den tollen Service und die weiche Landung. Dufte Leutz, macht weiter so!

Angekommen in Dublin folgte ich nun den Instruktionen meiner geschätzten Gastgeberin. Die Gute war nämlich so vorausschauend, mir den Weg zum Treffpunkt derart haarklein zu schildern, dass ich trotz totaler Reizüberflutung und überwältigt von all den neuen Einflüssen und –drücken zielstrebig zum Bus stolzieren, einsteigen und nach kurzer Fahrt mit latenten Zweifeln an der korrekten Fahrtroute in Verbindung mit dem Gedanken „Wenn was schief geht, haste nich ma ne Telefonnummer…“, endlich zufrieden und erleichtert in ihre Arme stürzen konnte.

Endlich am richtigen Zielort angekommen,  wurde sofort das Hostel gestürmt. Direkt am Busbahnhof und noch direkter unter einer Eisenbahntrasse, versprach es nicht nur die zentralste Lage in dieser Preiskategorie, sondern wurde ohne Umschweife zum reinen Schlafplatz bestimmt. Für mehr war’s auch echt nicht gut. Umso  besser, denkt sich der gemeine Backpacker, und macht sich auf die Socken, die fremde Stadt zu erkunden. Im Nachhinein kommt es mir der Weg zum ersten Bier erstaunlich lang vor, jedoch ist das wohl relativ zu werten und meiner weiblichen Führerin, dem genialen Wetter und der faszinierenden Stadt Dublin mit ihren unzähligen Möglichkeiten, vom rechten Weg abzukommen, geschuldet. Jedenfalls brauchen gute Dinge nun einfach ihre Zeit und deshalb möchte ich auch behaupten, dass das erste Guinness in Irland sowieso erst nach 3h Fußmarsch, einem regionalen Sandwich und unter freiem Himmel am innerstädtischen Kanalufer so richtig gut schmeckt. Dabei sollte man vielleicht erwähnen, dass der Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit in Irland mit bis zu 635 Euro bestraft werden kann. Die Ausnahmen dieser Regel sind jedoch weitaus zahlreicher als die Leute, die sich überhaupt drum scheren…

Nun, soviel zum ersten Tag. Die Nacht wird – wie soll es anders sein, ich hab ja schließlich noch nicht geschlafen – morgen ausgewertet.

Hochachtungsvoll,

Karl P.

“Freiheit im Internet bedeutet für mich nicht Anarchie”

  • Karl Prall April 7, 2010

So äußerte sich Frau Brigitte Zypries, ihres Zeichens ehemalige Bundesjustizministerin, gegenüber der Frankfurter Allgemeinen.

Nun soll also – wenn es denn nach ihr gehen sollte – bald ein NetGB auf dem Tisch liegen und das Internet bereinigen. Denn der “Dreck muss raus aus dem Netz”!

Fragt sich ja nur noch, was wir dann unter “Dreck” verstehen sollen… Das Spektrum reicht schließlisch von Schweinkram über Hausstaub bis hin zu Giftmüll. Aber dafür hat Frau Zypries sicher schon genaue Maßstäbe und Grenzwerte erdacht.

Der Post hier ist zwar genauso halbgar, wie die Idee des NetGB selbst, aber er musste einfach raus. Immerhin weiß ich aber schon, wo er gelten/wirken wird… nämlich exklusiv für und auf Kleinstadtgedanken.

Weltweit. Und nicht nur auf .de-Domains.