Archiv für die ‘geschichten’ Kategorie

was für ein abgang

  • chris Juli 9, 2009

es war zwar nicht so originell wie das hier aber trotzdem: aus der traum vom geld. ja ich lest richtig. wir haben gekündigt. ihr fragt euch jetzt sicher warum? ok wo fange ich an. ach ja am besten am anfang.
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wie ich mich beinahe..

  • chris April 19, 2009

mit mario barth solidarisierte. ich bin ja eigentlich nicht so. ich kann auch nicht sonderlich über diesen typen lachen aber am freitag, war ich kurz davor meine abneigung gegen diesen herrn fallen zu lassen.

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Träum süß Kleines

  • anne März 29, 2009

Wiedermal eine kleine Geschichte meinerseits:

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das fazit eines tages

  • chris Februar 14, 2009

gestern war es nun soweit, wie hier schon angekündigt wurde, ging es  zur “keine versöhnung mit deutschland”- kundgebung. neben einem redebeitrag standen auch noch frittenbude und egotronic auf dem plan. abgesehen von den boxen, die anscheinend ab und an  mit den lauten bässen probleme hatten und der polizei, die dachte stessen zu müssen, war es eine geile veranstaltung. leider sind meine mitschnitte von solch schlechter qualität, dass sie nicht für die augen der schlausten lesern geeignet sind.

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zum haare ausreissen

  • chris Januar 28, 2009

nach diesem technischen Schlammassel kam urplötzlich das nächste.

da surft man, nichts böses wollend durch das interweb und: peng, da meldet sich das heimische antiviren programm um mich darauf hinzuweisen, dass ich bedroht werde von einer übel verseuchten datei. also was macht man da? na klar man blockt diese vor viren triefende datei. zu mindestens geht man nun in der annahme das die bedrohung vorüber ist und für immer gebannt bleibt.

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was für ein erlebnis

  • chris Januar 1, 2009

mein erstes silvester in der großen stadt. und natürlich auch mit meiner liebsten. eigentlich war der abend etwas anders geplant, aber er sollte dennoch großartig werden.

gegen 19 uhr trafen wir uns nun erstmal um einen kleinen happen zu essen. wo geht man als junger mensch denn hin, wenn man einen kleinen happen essen will? natürlich zum “goldenen m”. so viele menschen in einem laden habe ich noch nie gesehen. nachdem wir uns gestärkt und aufgewärmt hatten, denn es war ja nun doch arschkalt, sind wir weiter richtung elbe gezogen. da es erst gegen 20 uhr war als wir dort eingetroffen sind, hatten wir uns entschieden ein warmes plätzchen auf zusuchen.

also rein in die strassenbahn und raus am studentenwohnheim in dem annes bekannte schlief. dort angekommen wurde die erste flasche sekt geöffnet. dazu gab es noch erdbeerlimes. nach einer flasche sekt, einer halben flasche der rot-süßlichen flüssigkeit und 2 stunden weiteren aufwärmens ging es wieder auf den weg richtung elbe.

also raus aus dem wohnheim und rein in die strassenbahn. zum mindest war das so geplant. der bahnsteig war voll mit menschen genau wie die strassenbahn selbst. man musste sich nicht mehr festhalten denn die masse an menschen hat sich gegenseitig gehalten. kurzzeitig  verwandelte sich die strassenbahn in eine “partybahn”. der klassiker “eisgekühlter bommerlunder” machte die runde.

am ziel angekommen wurde man von einer gigantischen menschenmenge begrüßt. rund um die elbe standen menschen. auf der brücke, der terasse und natürlich auch an der elbe. für mich als kleinstadtbewohner war es atemberaubend so viele menschen und so viel feuerwerk zu sehen.

natürlich war es auch relativ neu raketen und sonstigem knallwerkzeug ausweichen zu müssen, welches uns in die quere kam. leider ist  einen meter neben mir ein “tschechen- böller” hochgegangen, weswegen ich heute immer noch ein wenig ohrenschmerzen habe. nachdem wir angestoßen hatten, machten wir uns auf zur Frauenkirche, wo wir uns eine halbe stunde die füsse in den bauch standen, um noch ein paar weitere “partytiere” zu treffen. Endlich vollzählig gingen wir, da es immer noch verdammt kalt war und ein paar leute hunger hatten, erneut zum “goldenen m” . dort wurde sich dann dazu entschieden die ganze party ins warme zu verlegen.

also raus dem laden und rein in die strassenbahn. diese bahn erinnerte an die letzte. man stand wieder mensch an mensch. nur leider war die stimmung nicht so amüsant wie in der “partybahn”. aber das war egal. denn wir fuhren nur 3 haltestellen.

also raus aus der bahn und rein in die wohnung. da es auch schon ziemlich spät war und einige schnäpse und biere ihr “leben” für uns lassen mussten, entschieden meine liebste, ihre freundin und ich den heimweg anzutretten. anne und ich verabschiedeten uns am hauptbahnhof von ihrer bekannten und machten uns dann endgültig auf den weg nach hause. auf diesem weg leerten wir den restlichen limes und waren dann gegen 5 uhr endlich zu hause.

Freizeitgestaltung im Kaufhaus bei langeweile

  • musicjunkie90 Dezember 6, 2008

Beim Stöbern auf ww.frag-vati.de (dem Pendant zu frag-mutti.de,) bin ich über folgende kleine lustige Geschichte gestoplert … und wer jetzt keine Frau zum “Einkaufen Vergraulen” hat, kann ja einfach ma bei langeweile das nächste Kaufhaus aufsuchen und einige dieser Aktionen  durchziehen …

Nachdem Herr und Frau Ressel pensioniert waren, bestand Frau Ressel auf die Begleitung ihres Mannes bei ihren Einkaufsbummeln bei Karstadt.

Unglücklicherweise war Herr Ressel wie die meisten Männer: er fand Einkaufen langweilig.
Ebenso unglücklicherweise war Frau Ressel wie die meisten Frauen und liebte es endlos zu stöbern.
Jedoch – eines Tages bekam sie folgenden Brief von der Karstadt-Verwaltung:

Sehr geehrte Frau Ressel,

In den letzten 6 Monaten sorgte Ihr Mann leider für einigen Aufruhr in unserem Warenhaus. Wir können dies nicht länger tolerieren und sehen uns gezwungen, Ihnen beiden künftig Hausverbot zu erteilen.

Die soweit rekonstruierbaren Vorfälle haben wir nachstehend aufgelistet.
Sie sind durch Aufzeichnungen von Überwachungskameras und die Aussagen unseres Personals belegt:

1.) 15. Juni: Nimmt 24 Schachtel Kondome aus dem Regal und verteilt sie wahllos auf die Einkaufswägen anderer Kunden.

2.) 2. Juli: Stellt die Alarme aller Wecker in der Uhrenabteilung so ein, dass es alle 5 Minuten klingelt.

3.) 7. Juli: Legt eine Tomatensaftspur bis zur Damentoilette.

4.) 19. Juli: Verstellt ein “Vorsicht – frisch gewischt!” – Schild in eine mit Teppich ausgelegte Abteilung.

5.) 4. August: Baut ein Zelt in der Campingabteilung auf und lädt andere Kunden ein, wenn sie Kissen und Decken aus der Bettenabteilung holen.

6.) 15. September: Als ihn ein Angestellter fragt, ob er ihm behilflich sein könne, beginnt er zu weinen und schuchzt: “Könnt ihr Leute mich denn nicht einfach in Frieden lassen!?”

7.) 23. September: Starrt in eine Überwachungskamera und benutzt sie als Spiegel zum Nasebohren.

8.) 4. Oktober: Hantiert in der Sportabteilung mit einem Wettkampf-Bogen und fragt den Angestellten, ob man im Haus Antidepressiva bekommt.

9.) 10. November: Schleicht durch die Abteilungen und summt dabei laut das “Mission-Impossible”- Thema.

10.) 3. Dezember: Versteckt sich in einem Kleiderständer und ruft, wenn eine Kundin in die Nähe kommt “Nimm mich! Nimm mich!”

11.) 6. Dezember: Wirft sich bei jeder Lautsprecherdurchsage auf den Boden, nimmt eine fötale Lage ein und ruft “OH NEIN! NICHT WIEDER DIESE STIMMEN!”

Und- nicht zuletzt:

12.) 18. Dezember: Begibt sich in eine Umkleidekabine, wartet eine Weile und ruft dann laut: “Hey! Hier ist das Klopapier alle”

Hochachtungsvoll,
Karstadt Warenhausverwaltung

via frag-vati.de

der kampf mit dem bett

  • chris Oktober 24, 2008

anfang der woche hatten wir uns entschieden ein neues bett zu kaufen. gesagt, getan. meine herzallerliebste und ich gehen also zu unseren möbeldealer nummer eins. nein nicht dieser schwedische möbelriese. ein kleiner möbeldiscounter am dresdner bahnhof mitte. bisher waren wir relativ zufrieden mit diesem. wir haben da auch den wirklich gut in die wohnung passenden Teppich her, für extrem wenig geld. und den tollen weißen küchenunterschrank, der uns schon einige stunde unseres lebens gekostet hat, nur weil die aufbauanleitung spiegelverkehrt und für fünf verschiedene bautypen gemacht war. aber kommen wir auf das bett zurück. als wir uns am montag dann ein schönes und relativ günstiges exemplar ausgesucht und der verkäuferin mitgeteilt hatten das wir es gerne geliefert bekommen würden, war die welt noch in ordnung. auch an dem ausgemachten lieferzeitpunkt war im grunde nichts auszusetzen. wir einigten uns auf zwischen acht und dreizehn uhr und das ganze sollte ende der woche von statten gehen. wir freuten uns die ganze restliche woche auf ihr ende um endlich im 40cm breiteren bett zu nächtigen. heute also sollte der große tag sein. um dreiviertel acht brüllte klingelt der wecker. und um zehn vor um acht klingelten dann die lieferanten. unser bett kam also endlich ins traute heim. wenn ich vorhin von unserem weißen küchenschrank sprach, der uns wie gesagt ein paar stunden des lebens raubte, so ließ uns der aufbau des bettes um mindestens 50 jahre altern. aber alles der reihe nach. laut bauanleitung sollten wir bei einer zwischenstütze anfangen. alles kein problem zwischenstrebe ist vorhanden sowie die dazu gehörigen holzfüße und die benötigten schrauben, um die holzfüße mit der zwischenstrebe zu verbinden. und da begannen die ersten probleme. den mit nur einem kreuzschlitzschraubenzieher sollten vier schrauben festgezogen werden. das ganze szenario schrie nach einem akkuschrauber. dieses problem zog sich durch die ganze aufbauphase. neben dem werkzeugproblem kam das verarbeitungsproblem, welches uns der hersteller in den weg räumte, dazu. dank schiefer bzw. fehlender bohrungen dauerte das ganze spektakel gefühlte 15 stunden. nach unzähligen nervenzusammenbrüchen, tausenden von blasen an den fingern stand das bett dann nach 5 stunden. es wirkte anfangs eher instabil aber mittlerweile macht es einen sicheren und festen eindruck. mal sehen ob es nach der ersten nacht immer noch steht.

aber bei einem sind wir uns sicher. den möbeldiscounter werden wir so schnell kein besuch mehr abstatten.

Geschichten aus Regentropfenville

  • anne Oktober 22, 2008

Es war einmal ein Zappelphillip. Dieser lebte in Regentropfenville, einer an sich tristen, dauerbewölkten Stadt, in der sich die Bewohner die seltsamsten Dinge einfallen ließen um sich bei Laune zu halten. Allerdings würde es den Rahmen meiner kleinen Geschichte sprengen alle Abenteuer von Regentropfenville zu erzählen. Kommen wir also zurück zur Hauptperson der Geschichte, Zappelphillip. Wie schon der Name verrät wusste dieser nicht so richtig, wie man seinen Körper zur Ruhe bringen kann. Er hatte mit seinen langen Armen und Beinen zu kämpfen, auch saß sein Oberkörper nicht fest auf seinem Unterkörper. So war er mit Hilfe der Arme  ständig damit beschäftigt die Balance zu halten, damit die Teile seines Körpers auch beieinander blieben und nicht ihrer eignen Wege stiften gingen. Was für den kleinen Phillip den gesamten Alltag ausmachte und schwere Arbeit war, sah für andere aus wie ein Verrückter aus fernen Weltallländern, obgleich  er grundsätzlich schon den anderen Regentropfenvillern ähnelte.

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Das Bild ist eine Radierung – Kaltnadelarbeit für die diese Geschichte geschrieben wurde. Natürlich auch von mir.

Wie es in der Gemeinde üblich war nutzte man auch solche Dinge um sich der trüben Laune des Wetters zu entziehen und aus der täglichen Einöde einen Spaß zu machen. So wurde „der kleine Verrückte” bald zur Volksattraktion und hatte sehr darunter zu leiden.  Während er anfangs noch versuchte Freunde zu finden und sich den Cliquen seines Alters anzuschließen zog er sich später immer mehr zurück und baute eine Art Schutzwand um sich, wandte sich ab von allen, so wie sie sich immer von ihm abwandten. So führte er sein Einsiedlerleben und lernte mit den Schikanen der Anderen umzugehen. Bis zu jenem einem, besonderen Tag. Es war das alljährliche Sturmfest, was alles ändern sollte. Eine Feier, bei der es hauptsächlich um Sportwettkämpfe wie „Blitz” ging, bei dem derjenige gewann der einen Blitz am längsten in sich halten konnte und dabei am hellsten leuchtete. Was für uns Menschen tödlich ist ruft bei Regentropfenvillern ein starkes Kitzeln und Lachen hervor. Zappelphillip half wie jedes Jahr seinem Großvater bei der Organisation für den Wettkampf „Blitz”. Als dieser begann hatte er das Gefühl, dass alles um ihn herum amüsiert auf etwas Bestimmtes wartete. All die Jahre zuvor lag eine nervenzerreibende Anspannung in der Luft und man konnte die Zahnräder in den Köpfen hinter den konzentrierten Augen klackern hören, aber heute Abend nicht. Während Zappelphillip in seinem typischen Pessimismus nach einer Antwort suchte traf ihn plötzlich ein Blitz und er zuckte von seinem Sitzplatz in der Ecke hoch. Die Menge fing an zu grölen und so schrecklich wie Phillip das Szenario auch fand konnte er nicht aufhören zu lachen. Immer hatte er versucht sich zu verstecken und nun zuckte er wild mit Armen und Beinen schlackernd über den gesamten Platz und alle sahen ihn, starrten auf ihn und krümmten sich vor Lachen und es war ihm nicht einmal möglich selbst damit aufzuhören. Als der Blitz ihn endlich verließ stürzte er zu Boden blieb dort vollkommen leer und ohne großartig auf seine Umwelt achten zu können liegen, was vielleicht auch besser so war. Denn von überall her kamen Rufe wie: „Super Spacken, großes Kino.”  Manche kamen sogar heran, beugten sich über ihn, feixten und spuckten ihn an und zogen wieder von Dannen. Es war eine geplante Attraktion. Die Stadtbewohner hatten es satt all die Jahre die gleichen Dinge zu sehen und sie wollten sie durch etwas Neues aufpeppen. So kam man auf die Idee, dass einer der Blitzteilnehmer seinen Blitz einfach per metallischem Sender an Zappelphillip weiterleiteten sollte. Mit dem zappeligen Körper würde es schon lustig aussehen, wenn er getroffen werden würde, dachten sie sich. Der Getroffene lag noch immer am Boden und die kalte nasse Nacht brach tiefer und tiefer herein. Nur langsam Begriff er was geschehen war und fasste sich den Plan etwas ändern zu müssen. Er wollte etwas anstellen, was keiner aus Regentropfenville jemals vergessen sollte und dann die Stadt verlassen…

Denkt euch den Rest und werdet kreativ :-P (->Ein Ende der Geschichte wird in den Kommentaren ausdrücklich erwünscht!)

Was bleibt ist die Erinnerung

  • anne Oktober 6, 2008

In einem kleinen alten Haus, da wohne ich. Doch ich selbst zeige mich jung, keine Falten, kein Buckel, keine Altersleiden. Vielleicht liegt es daran, dass ich die kleine frische Sausefee hier war.

Meine Eltern habe ich nie kennengelernt, ich weiß nicht was mit ihnen ist und warum sie mich gerade vor dem Tore dieses Hauses niederlegten und weshalb sie eine Kindheit und Jugend bei diesen alten Frauen für mich wählten. Versteht es nicht falsch, aber ich vermisse meine Eltern nicht wirklich. Die schönste Kindheit, die ich hätte haben können, fand ich hier.

Ein neuer Morgen schleicht sich durch die kaputten Stellen meiner Fensterläden. Ein Sonnenstrahl streift mein Gesicht und flüstert: „Steh auf Schlafmütze.” So strecke ich die müden Glieder und tapse Richtung Fenster. Vorsichtig öffne ich die klapprigen Fensterläden. Abblätternde Farbe kommt mir entgegen, doch das bin ich inzwischen gewöhnt. Die warme Sonne des Spätsommers tunkt Holz und Lack in angenehme, zig verschiedene  goldgelbe Farben.

Ich sollte erwähnen: Es ist mein letzter Tag in der Heimat. Schon heute Abend breche ich auf in die große Welt und lasse mein kleines glückliches Märchen eines Zuhauses hinter mir. Ein letztes Mal  bin ich umgeben vom Charme der wackeligen Mauern. Ich muss noch einmal alle Eindrücke aufsaugen, damit ich sie für immer in meinem Herzen halten kann. Wer weiß, was die Welt aus mir macht und ob mich der Wind noch einmal hier her trägt. Was bleibt ist die Erinnerung.

So streife ich durch alle Zimmer. Die leicht rostige Mundharmonika auf dem Tisch fällt in meinen Blick. Ich nehme sie in die Hand und spiele das einzige Lied, welches mir die alten Frauen geschafft haben beizubringen. Nein, musikalisch war ich wirklich nie. Ein schmunzeln zeichnet meine Lippen bei den Erinnerungen an die Folkloreabende der alten Damen. Wie gern tanzte ich komplett aus dem Rhythmus inmitten der Erwachsenen und wir lachten herzlich und unbeschwert. Dazu spielte das Radio seine Klänge. Ich stehe vor ihm, es funktioniert schon lange nicht mehr. Keine wilden Melodien lassen sich ihm entlocken. Noch einmal streiche ich über die staubige Oberfläche.

„Gong” macht es und mein Blick fährt herum: Nein nicht die Klingel hat Ihre Stimme hören lassen. Es war lediglich die große Uhr an der Wand. Wie monströs und unheimlich ich sie früher empfand, wie meine Knie zitterten, wenn ihr halbstündiges Geläute ertönte. Erst jetzt achte ich auf die Zeit. Mir wird bewusst, dass ich den halben Tag verschlafen habe. Auf in den Keller, denn dort wartet mein Koffer darauf gepackt zu werden und den Wunsch kann ich ihm leider nicht abschlagen. Zwischen allerlei Gerümpel  lächelt er mir zu und ich mache mich daran ihn frei zu räumen. Gerade als ich schon wieder nach oben gehen will erblicke ich den Schraubstock und so manch anderes Werkzeug. Die einzige Zeit, in der eine männliche Person sich zwischen die Weiblichkeiten traute war, wenn etwas repariert werden musste und der einzige Herr, der sich darum kümmerte wohnte ein paar Straßen weiter. Alfred war sein Name und ich machte es mir stets zur Aufgabe Recherche über sein Gebohre und Gesäge anzustellen. Ich mochte ihn sehr gern, denn stets erfand er die lustigsten Geschichten, aber er pflegte nie wirklich meine Fragen zu beantworten. Eines Tages ging er von uns, genauso wie einige der alten Frauen. Mit ihnen starb jedesmal auch ein kleiner Teil meines Herzens und ich weinte viel. Die Feste wurden weniger und dünn besiedelter. Manchmal änderte sich die Stimmung und oft versuchten mir die Frauen bewusst zu machen, dass einmal alles anders kommen wird und ich ernster werden muss. Was sie mir sagen wollten verstand ich aber erst vor ein paar Wochen, als die letzte ihre leere Hülle auf der Erde hinterließ. So kam ich zu meinem Entschluss. Ja, ich muss hinaus, muss sehen, was die Welt mir geben kann.

Ich steige mit meinem Koffer die Treppen hinauf. Vorbei am Telefon, zu dem ich eigentlich nicht mehr Bezug habe als ein altes Foto. Zu sehen sind mein kleiner Kinderkopf und ein Riesenhörer. Nie wurde hier wirklich telefoniert. Doch früher spielte ich es ganz gern. Dann telefonierte ich mit großen Drachen und erzählte dem Niemand am Telefon abenteuerlichste Geschichten.

Nicht viel habe ich mitzunehmen. Ich habe nie viel besessen und die meisten Dinge lasse ich hier. Sie würden mich doch nur in Lethargie versetzen und ich will weiterkommen, vorwärts kommen. Meinen Koffer trage ich nun bis zum alten Trabi im Vorgarten, der mich von hier wegbringen soll. Ob er wirklich funktioniert kann ich nur hoffen. Er gehörte einer der alten Frauen. Es war gerade diejenige, welche die schlechtesten Augen besaß und Autofahrten endeten zumeist rasant. Sie selbst nahm das schlechte Sehen nicht sonderlich ernst. „Irgendwie finde ich schon mein Ziel”, pflegte sie stets zu sagen. Seltsam vor mich hin kichernd stelle ich mein Reisegepäck ab. Einen letzten Spaziergang entlang der Gärten kann ich mir nicht verwehren. Hinaus zum kleinen Gartentor. Mal wieder kämpfe ich mit dem rostigen Schloss. Eigentlich hat es nicht sonderlichen Sinn, denn wer will schafft es ohne Probleme drüber zu hüpfen. Genau genommen wirkt das Tor inmitten des hohen Stacheldrahtzauns verloren. Aber wir hingen an ihm so blieb es auch bestehen, als wir den schon damals leicht lädierten Zaun bekamen. Den Weg entlang der Gärten schreitend komme ich auch am bestimmt unnötigsten Schild der Gegend vorbei. Heinrichs waren der Meinung ihre Nachbaren entsprächen nicht ihrem Standard und seien Bagasch. So war ein Schild, das vor Müllablagerungen in ihrer Nähe, dem Waldfrieden, warnte, dringendst nötig. Ohne dieses wäre ich sicher nie auf die Idee gekommen Gerümpel hier abzuladen, jedoch wurde ich dadurch des Öfteren angestiftet.

zur-geschichte-ganz-schon-alt

Die Sonne hat ihren Zenit schon lang überschritten und so entschließe ich mich dem Vorhaben alle Brücken hinter mir abzubrechen zu widmen. Wieder zurück durch das Tor in Richtung Trabi. Ehe ich mich versehe läuft der Motor und Tatsache die Räder rollen. Ich weiß noch gar nicht wohin es mich verschlägt. Ich hoffe doch ich finde meinen Platz. Ich denke ich muss verrückt sein, naiv und weltfremd, welcher Wahnsinn lässt mich ins Ungewisse ziehen. Begleitet von Angst und kaltschweißigen Händen tucker ich die Straße entlang. Ein Zurück das gibt es nicht nur ein letzter Blick. Nun bin ich auf und davon.