Reisetagebuch Irland

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Tag 2

Guten Morgen. Oder so ähnlich. Ne gute Nacht war’s jedenfalls nicht. Abgesehen von den quietschenden Etagenbetten lag das Isaac’s Hostel direkt unter einer Eisenbahnbrücke und nahe der Kneipenmeile. Also gab es regelmäßig entweder einen Zug oder betrunkene Menschen zu belauschen. Das Frühstück – wie sich später rausstellte – für Irland typisch, bestand aus Cornflakes, Toastbrot mit Konfitüre und dazu Kaffee oder Tee. Das war’s. Ich war erschrocken über einen so schwunglosen Start in den Tag. Nach einem dünnen Kaffee und einer Schüssel Milch mit Krümeln hab ich dann den Aufbruch befohlen.

Eines verfolgte mich jedoch den ganzen Tag. Toast. Toast gehört in Irland zum Alltag, da man dort leider keinen Sauerteig zu kennen scheint. Das heißt nun also kein Mischbrot, kein Vollkornbrot, keine Brötchen. Eine heftige Umstellung, wenn man sonst doch immer sein frisches Frühstücksbrötchen zelebriert. Trost spendete jedoch die Tatsache, dass viel Übung mit Toast und Sandwiches wunderbare Resultate hervorbringt! Fertig belegte und trotzdem frisch zubereitete Sandwiches in solider Verpackung. Reichlich belegt mit den feinsten und verschiedensten Sachen, haben sie mich überzeugt. Die sind lecker.  ;)

Da ein ganzer Tag in Dublin ziemlich lang ist, wenn er früh begonnen wird, hat das gemütliche zweite Frühstück und die kleine Wanderung durch die Innenstadt nur den Vormittag vertrieben. High Noon. Treff an der City Hall. Eine gratis-Tour durch Dublin, geführt von einem Iren. Irre. Der Typ war aber echt gut und der 3-stündige Marsch sehr unterhaltsam und kurzweilig. Und das, wo ich doch sonst so faul bin.

Im Anschluss machten wir noch einen kleinen Abstecher ins Temple Bar Viertel. Die berühmt-berüchtigte Kneipenmeile in Dublin. Nachts vollgestopft mit betrunken, lauten Menschen. Tagsüber vollgestopft mit unzähligen, halbwegs nüchternen, lauten Menschen und ner Handvoll Straßenkünstler. Jedenfalls kann ich einen Sturz in dieses Getümmel nur empfehlen, ganz egal ob am Tag um Kultur zu bewundern oder in der Nacht um die irischen Frauen zu bewundern… Aber ums Hardrock-Cafe habe ich dennoch einen großen Bogen gemacht. Was das inmitten irischer Pubs überhaupt zu suchen hat, ist mir schleierhaft.

Nunja, nachdem wir uns nun den gesamten Tag in Dublin vertrampelt haben, zwischendurch auf Landsleute gestoßen sind und in den Genuss sowohl vieler sehenswerter als auch leckerer Kleinigkeiten gekommen sind, holen wir nun Abends unser Gepäck aus’m Hostel und steigen um 9 in unseren Zug nach Cork. 3 Stunden Fahrt und ein richtiges Quartier liegen vor uns!  Ich melde mich dann wieder von dort zu Wort.

Hochachtungsvoll,

Karl P.

gepostet von Karl Prall am 2. Juni 2010 um 07:44

veröffentlicht in Proletenprosa

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