Jaja, diesmal ließ er wieder auf sich warten, doch nun ist es endlich soweit. Der geballte Wochenrückblick ist da!
Während wir die Tage von Montag bis Donnerstag wieder wie gewohnt im Referat Baurecht genießen durften, wurden wir am Dienstag dem Spezialisten für Bauleitplanung aufs Auge gedrückt. Zuerst alles andere als erfreut über unsere Gesellschaft, lockerte sich seine Stimmung ziemlich rasch und er breitete Plan für Plan vor uns aus und erklärte uns wo im Freistaat und wie tief der Hase da begraben lag. Nach gut zwei Stunden war die Stimmung auf dem Höhepunkt und wir wurden mit einem breiten Lächeln in die „Mittagspause“ verabschiedet.
Nachdem wir am Mittwoch dann durch einen Vertreter der Vergabestelle für Fördermittel endlich mal die andere Seite gezeigt bekamen, nämlich diejenige, auf der der Bürger in der Regel selbst mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht das Haus verlässt, war der Tag nach Rekordverdächtigen 1,5h auch schon gelaufen. Das hat sogar die verwöhnten Praktikanten zum Staunen gebracht!
Nun wird der eine oder andere Leser sicher wieder entrüstet den Kopf über solche „Arbeitszeiten“ schütteln und das mit Sicherheit auch zu Recht. Doch diesmal war der Freitag gar kein Frei-Tag mehr. Nein, unsere gesamte Praktikantengruppe (bis auf eine Kollegin, welche sich schon nach dem 2ten Tag abgemeldet hatte) folgte der Einladung des Thüringer Landtages nach Erfurt und nahm dort für 2 Stunden an einer Plenarsitzung teil und ergötzte sich am Anblick der gewählten Volksvertreter, ihren geistigen Ergüssen und teilweise recht wunderlichen Manieren. Irgendwann wurde mir das dann doch zu viel und ich ließ meinen Blick durch die verglaste Fassade auf den Parkplatz schweifen… Da gab’s nämlich einiges zu zählen! Einen weißen 7er der Bayrischen Traditionsmarke in würdiger Gesellschaft von 4 schwarzen Brüdern und – womöglich der Vielfalt wegen – 5 schwarzen Ingolstädtern der A8 Baureihe. Dass das nur der Parkplatz direkt vorm Eingang und nicht die Tiefgarage war, versteht sich natürlich von selbst. Fahrgemeinschaften kennt man im Landtag zwar sicherlich nicht, aber das heißt nicht, dass die Abgeordneten allein reisen müssten, denn zu jedem Auto auf diesem Parkplatz gehörte ein Chauffeur, der permanent im/am Fahrzeug wartete. Besonders interessant ist so ein Anblick natürlich nur, wenn man nebenbei von Haushaltsdefiziten und Konjunkturschwächen hört. Aber genug davon, bevor es zu politisch wird.
Jedenfalls bekamen wir von 14-15 Uhr noch einen Überblick über die thüringische Parlamentsgeschichte vom hauseigenen Historiker. Ich sag nur eins: wer diese Stunde interessiert dreinblickend überstand, hatte sich das Wochenende nun wirklich redlich verdient.
Hochachtungsvoll,
Karl Prall



kikakatze
24 Mrz 09 um 18:13
hört sich mal wieder sehr interresant an,
besser als im bib zu sitzen
Karlchen
25 Mrz 09 um 06:49
Das auf jeden Fall. Ich werd auch schon ein wenig wehmütig, wenn ich dran denk, dass der ganze Spuk am Montag schon sein Ende finden wird. :’(
Denn dann hock ich auch wieder den ganzen Tag in der Bibo…